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Savoir Vivre - über die Lebenskunst von Genuss, Flow und Leichtigkeit

Aktualisiert: 1. Dez. 2023

Kennst Du diese Momente? Momente, in denen wir gefühlt in eine andere Welt abtauchen und die Zeit dabei still zu stehen scheint? Plötzlich ist nichts mehr wichtig außer das, was wir gerade erleben und wir genießen den Moment in seiner ungefilterten Intensivität. Er bekommt irgendwie etwas heiliges, sanftes ... Und dann sind da diese Gedanken eines sanften „Ja, dieses Leben macht so Sinn. Genau so ist es richtig. Genau für solche Momente lohnt es sich zu leben."


Es sind genau diese Momente, die den Savoir Vivre Spirit in sich tragen. Der Begriff Savoir Vivre stammt aus dem Französischen und beschreibt die Lebenskunst des Genießens. Laden wir diesen Spirit in unser Leben ein, öffnen wir uns für Momente des Flows, die für uns Menschen die höchste Form von Genuss darstellen.


In Momenten des Flows finden wir Zugang zu einem höheren Potenzial in uns. Geistig können Ideen und Wissen aus uns heraussprudeln, zu denen wir sonst gefühlt keinen Zugang haben. Körperlich fühlen wir uns eins mit der Bewegung unserer Körpers, tanzen plötzlich, ohne die Angst, dass unser Tanzstil nicht gut aussehen könnte (wer kennts? :-)). Im Flow kommen Bewegungen einfach aus uns heraus. Es ist quasi ein Gefühl von plötzlich "getanzt zu werden" von einer Kraft in uns, die uns einfach nur trägt. Dazu kommt die tiefe Verbundenheit und Einheit, die wir in uns spüren und der Moment des Erlebens wird zur Belohnung genug.


Ich persönlich liebe diese Flows. In dieser Kolumne möchte ich deshalb tiefer in den Savoir Vivre Spirit eintauchen und verstehen, was es braucht um diese Erfahrungen in uns zu aktivieren. Ich möchte mit dem Flow des Lebens in Berührung kommen und herausfinden, ob es möglich ist genau diese Momente, die das Leben so lebenswert machen, auch bewusst in unserem Leben herbeizuführen und sie damit nicht länger dem Zufall zu überlassen. Wenn also auch Du Lust auf eine Reise in den Flow hast, dann sind die nächsten Zeilen für Dich.


Love, S

Was im Flow mit uns passiert Evolutionsbedingt ist unser Gehirn kontinuierlich auf der Suche nach Flowerfahrungen. Das liegt daran, dass uns das, was wir im Flow erfahren, zurück zu unserem natürlichsten Zustand führt. Dem Zustand von innerer Einheit. Sind wir im Flowzustand, so sind wir tief verbunden mit uns selbst und fühlen uns in uns selbst sicher und geborgen. Es ist der perfekte Zustand für unseren Körper und Geist, der einen Sweetspot zwischen unserer Komfortzone und unserer Wachstumszone beschreibt. Ein Moment, in dem wir auf gesunde Art und Weise angetrieben sind. Das Spannende am Flowzustand ist, dass unser Ego während einer Flowerfahrung komplett in den Hintergrund tritt. Nur das ermöglicht uns, dieses wunderbare Gefühl von Einheit in uns zu intensivieren. Wir hören plötzlich auf zu bewerten und zu kritisieren (uns selbst und andere) und sind einfach nur einverstanden mit dem Moment. Alles was zählt ist das Hier und Jetzt.

Im Flowzustand erleben wir eine sogenannte autotelische Erfahrung, in der wir in der Aktivität bereits Belohnung genug finden. Wir tun nichts mehr „um“ erfolgreich zu sein, fit zu bleiben, geliebt zu werden – nein. Die Aktivität an sich wird zum Grund der Handlung.

Während wir in unserem Alltag viele Aktivitäten mit einem bestimmten „um“ Ziel verknüpfen, erleben wir in einem Flowzustand die Aktivität bereits als Belohnung genug. Das heißt wir haben keine Bedingung mehr an diese Aktivität geknüpft sondern geben uns hier vollständig hin. So kochen wir beispielsweise nicht mehr primär um etwas essen zu können, sondern empfinden den Prozess des Kochens selbst schon als Belohnung genug. Wir joggen nicht mehr, um uns fit zu halten sondern erleben den Moment des Laufens als puren Genuss und Befriedigung (auch das sogenannte Joggerhigh, das mir als Laufmuffel bislang leider verwehrt geblieben ist - Aber: es soll es geben:)). Dabei wählen wir für Flowerfahrungen immer Tätigkeiten, die uns Freude bereiten und auch unsere Stärken zum Einsatz bringen oder begeben uns gezielt in das Umfeld von Menschen, mit denen es uns gut geht, mit denen wir kreativ sein können und groß denken können.


Wenn es plötzlich nicht mehr um das Essen geht, sondern der Prozess der Zubereitung zu einem Moment der Kunst wird.

Mehr von diesen Flow-Momenten Mich beschäftigt in dieser Kolumne die Frage, ob wir Flowmomente auch bewusst herbeiführen können und was es dafür braucht. Die gute Nachricht ist: Ja, es ist tatsächlich möglich Flowerfahrungen bewusst einzuleiten und auch zu trainieren. Damit das klappt, dürfen wir für uns allerdings erst einmal herausfinden, zu welcher Art des Flows wir am leichtesten Zugang finden können. Denn Flowerfahrungen können sowohl auf körperlicher als auch mentaler Ebene stattfinden. Erinnere Dich hierfür gerne einmal an Deine bisherigen Flowmomente und finde heraus, ob diese Erfahrungen ein eher körperlicher oder geistiger Flow waren. Viele Menschen erleben den Flow beispielsweise bei Sportaktivitäten, beim ausgelassenen Tanzen, beim Yoga, andere wiederum beim Schreiben, Konzipieren und geistiger Kreativität. Meist gibt es dabei eine der beiden Ebenen, zu der wir einen leichteren Zugang haben, was eine Flowerfahrung auf der anderen Ebene aber natürlich nicht ausschließt. Finde diese Ebene für Dich heraus und beginne dann, in diesem Bereich Deine Flowerfahrung zu trainieren. Die folgenden 5 Tipps können Dir dafür einen Rahmen bieten:

1) Sicherheit in der Situation finden

Sind wir im Flow, so fühlen wir uns in uns selbst und der Situation sicher. Wir sind verbunden mit unserer Umgebung und uns selbst. Menschen, die ein hohes Maß an Sicherheit in sich selbst verspüren, fällt es dadurch deutlich leichter, sich in Flowerfahrungen hinein zu begeben. Aber auch wenn wir vielleicht etwas unsicherer sind, so können wir das Gefühl von Sicherheit durch einen bewusst gewählten Rahmen herbeiführen. so können wir den Rahmen beispielsweise durch die Menschen bestimmen, die uns in unserer Flowerfahrung begleiten, den Ort danach bestimmen, dass wir uns wohlfühlen oder aber auch die Aktivität selbst nach dem Kriterium der Sicherheit wählen. So können wir beispielsweise, wenn wir über das Schreiben eine Flowerfahrung machen wollen, uns ein Thema aussuchen, in dem wir uns kompetent und sicher fühlen und für das Schreiben einen Ort wählen, der uns Inspiration und Sicherheit schenkt.

Eine kleine Übung, die ich darüber hinaus immer wieder gerne mache, um das Gefühl von Sicherheit auch in sich für mich unsicher anfühlenden Situationen zu aktivieren, ist die bewusste Lenkung meiner Aufmerksamkeit auf meine Schritte und die Verbindung meiner Füße mit der Erde. Zu spüren, wie ich fest und sicher mit jedem Schritt verbunden bin und von der Erde getragen werde.

2) Im Setting ankommen

Wichtig für unsere Flowerfahrung ist das Ankommen im Hier und Jetzt. Da bedeutet, dass wir für uns nicht nur physisch an dem Ort oder in dem Setting wo wir uns befinden ankommen, sondern auch innerlich. Ich nehme hier immer wieder gerne das Beispiel von Urlaubsreisen. Insbesondere wenn wir eine lange Reise hinter uns hatten, ist unsere Seele oftmals noch gar nicht so schnell an dem neuen Ort wie wir es physisch mit wenigen Flugstunden sind. Deshalb ist insbesondere das „Ankommen“ ein so wichtiger Prozess. Das Gleiche gilt übrigens genauso für das Nachhause kommen nach einem stressigen Arbeitstag. Sind wir mental noch auf der Arbeit und nur physisch zu Hause anwesend oder sind wir mit Körper und Geist zuhause anwesend? Oftmals hilft es in diesem Prozess, Deine Aufmerksamkeit einfach bewusst auf die Umgebung zu lenken und gedanklich zu beschreiben, was Du siehst. Damit kommst Du ganz sicher auch geistig dort an, wo Du gerade bist.


Stell Dir als kleinen Check hierfür gerne die simple Frage: Bin ich mit meinem Körper und Geist hier und nehme meine Umgebung wahr?




3) Die Verschmelzung von Handlung und Achtsamkeit

Im Moment des Flows bist du mit Deiner vollen Präsenz bei Deiner Tätigkeit. Damit führst Du ganz automatisch achtsam Deine Handlungen aus. Nicht selten entdecken wir in dieser Achtsamkeit auch Details in den Situationen, die uns vielleicht vorher noch nie bewusst aufgefallen sind und können das was wir erleben mit einer anderen Wertschätzung wahrnehmen.


In dem Moment, wo Deine Handlung mit Deiner Achtsamkeit verschmilzt bekommt der Moment nicht selten ein wunderbares Gefühl von Heiligkeit. Dabei tritt die Zeit in den Hintergrund.

Wir alle kennen diese Momente, wenn wir etwas gigantisches wie ein eindrucksvolles Gebäude betrachten, einen intimen Moment mit unserem Partner erleben oder aber einfach in unserer Arbeit flowen. Diese Momente der vollen Präsenz zu erkennen und durch die Technik der Achtsamkeit dann bewusst zu verlängern kann Deine Flowerfahrung intensivieren. Das bedeutet, dass wir wenn wir merken, dass wir gerade flowen, wir gezielt in unserer Achtsamkeit bleiben. Ein Gefühl für diesen Moment entwickeln und dann verstehen, dass wir ihn durch unsere bewusste Wahl, präsent zu sein, ausdehnen können.


Überprüfe Deine Präsenz gerne mit der Frage: Bin ich mit meiner vollen Präsenz hier und jetzt in dieser Situation anwesend? Bin ich bereit für diesen Moment?


4) Störfaktoren eliminieren

Sind wir im Flow, spielt die Dimension von Zeit eine untergeordnete Rolle und wir entwickeln ein anderes Empfinden für die Zeit. So werden Momente zur Ewigkeit oder die Zeit vergeht wie im Flug. Aus diesem Grund lassen sich Flowmomente auch nur schwer unter Zeitdruck herstellen. Insbesondere wenn wir den Flow für uns trainieren möchten, dürfen wir uns für diese Erfahrungen auch die Zeit nehmen und das Gefühl von Zeitdruck vermeiden. Denn Druck erzeugt Stress und ist wiederum das Gegenteil von einem entspannten Flowgefühl. Wähle also Deine Zeitfenster für Flowaktivitäten bewusst etwas größer, um in diesem gesetzten Rahmen die Freiheit für den Flow zu haben. Auch solltest du darauf achten, Störfaktoren wie das Handy zu eliminieren. Nicht nur in Momenten mit uns selbst, sondern auch in tiefen, stundenlangen Gesprächen mit unseren Liebsten, die übrigens auch ein Flowerlebnis sein können, gibt es nichts Störenderes als die Ablenkung mit dem Handy. Aber auch eine andere Person oder ein anderes Thema, was Dich von Deinem Flowmoment ablenkt, kann Deinen Flow stören. Schenke Deiner Flow-Aktivität also Dein volles Committment..

5) Das Gefühl von Verbundenheit

In dem Moment wo wir unsere volle Präsenz in den aktuellen Moment bringen und uns nicht von Störfaktoren ablenken lassen, tauchen wir nicht nur ganz automatisch in das aktuelle Setting ein, sondern beginnen auch die inneren Stimmen unseres Egos leiser werden zu lassen. Wir werden zum Beobachter, aber nicht mehr zum Akteur unserer Gedanken und ständig andauernder Bewertungen. Unser System beginnt sich zu entspannen und sich für die Verbindung zu öffnen. Das Spannende ist: Je aufmerksamer wir hier sind, desto mehr entsteht die Symbiose zwischen unserer Umgebung und/oder Aktivität und uns selbst – und damit auch das wunderbare Gefühl von Verbundenheit – zu Menschen, Orten, Situationen und nicht zuletzt zu uns selbst.

Übrigens: Insbesondere in Flowmomenten mit anderen Menschen hilft es sehr, sich gedanklich ganz bewusst auf die Gemeinsamkeiten zu fokussieren. Denn sie sind das Bindeglied zwischen uns und stärken das Gefühl der Verbundenheit.

6) Den "Um" Zustand auflösen

Indem wir dem Akt der Handlung mit Präsenz und Freude begegnen, beginnen wir unseren Tätigkeiten die „um“ Bedingung zu nehmen. Übrigens das größte Geschenk, was wir uns ohne hin in unserem Leben machen können. Insbesondere in einem Alltag, in dem wir gelernt haben nach Effizienz und Ergebnissen zu streben, ist das allerdings oftmals gar nicht so leicht. Deshalb kann es total hilfreich sein, die eigene ToDo Liste manchmal etwas kleiner zu fassen und damit aber mit Liebe und Hingabe auszufüllen. Was ich bei den "Um" Zuständen, die ich übrigens zu Genüge aus meinem eigenen Leben kenne, so spannend finde, ist, dass Flow oftmals auch mit einer Änderung Deiner Handlungsintension entstehen kann. Lass mich Dir dazu ein Beispiel geben: Eine Freundin hat Geburtstag und Du hast ihr ein Geschenk gekauft, dass Du nun noch einpacken möchtest. Nun kannst du auf zwei Weisen das Geschenk einpacken. Du kannst es einpacken, um es zu verpacken (weil man das so macht) oder aber du kannst das Einpacken als einen Akt der Wertschätzung Deiner Freundin gegenüber zelebrieren. Beides führt zu einem eingepackten Geschenk, allerdings kannst du vielleicht auch schon aus diesen Zeilen herauslesen, dass die erste Form des Einpackens schnell mal eben gemacht wird, die zweite Form wiederum eine ganz andere Erfahrung in Dir auslösen wird. Ein weiteres, wunderschönes Beispiel ist die Meditation. Wir können meditieren, weil wir uns auf die Fahne geschrieben haben mehr für unsere mentale Gesundheit zu tun, also um mental fit zu sein, ober aber wir können meditieren und einfach nur die Momente der Stille genießen. Gehen wir mit erster Intension in die Meditation, verknüpfen wir direkt die Erwartung von mentaler Gesundheit und Wohlbefinden an unsere Meditation und geben ihr, wenn auch unbewusst, einen gewissen Druck. Gegebenenfalls sind wir sogar enttäuscht, wenn wir meditieren und uns danach nicht vollkommen frisch, wach, klar und in unserer Mitte fühlen. Bei zweiter Intension setzen wir uns einfach hin und nehmen die Stille wahr ohne daran eine Erwartung zu knüpfen. Wir sind einfach nur bereit, unserem Geist ein paar Minuten der Stille zu schenken. Und vielleicht kennst Du das auch: je weniger Erwartungen wir an Situationen haben, desto öfter überraschen sie uns mit so viel mehr, als wir uns jemals von ihnen erhofft haben. Handle in Deinem Alltag also nicht nur in erster Ebene "um" damit etwas zu erreichen, sondern gehe mit Deinen Handlungen der Freude bei der Ausführung Deiner Tätigkeit nach und Dein nächster Flowmoment wird nicht lange auf sich warten.

Diese Kolumne wurde im Magazin Healthstyle veröffentlicht.

Mehr zum Flow: Wenn Du den Flow für Dich vertiefen möchtest, bietet Dir der Lebensloft Lounge Club dazu eine ganz wundervolle Möglichkeit. Im März hatten wir das Fokusthema Flow und sind dazu nicht nur in Flowpraktiken eingetaucht, sondern haben in dem Monat Flow auch bewusst in unseren Alltag integriert. Alle Inhalte dazu stehen auch im Nachgang für Member zur Verfügung.

Alle Infos zum Lounge Club

Der Lounge Club ist ein Austausch zu Themen rund um die Lebenskunst. In einem 2-wöchentlichen Rhythmus kommen wir zusammen um uns gegenseitig zu einem monatlichen Fokusthema zu inspirieren, es gibt einen Fachvortrag von Selina, Du lernst Praktiken der Achtsamkeit kennen und hast gleichzeitig einen wunderschönen Austausch in einer kleinen, intimen Gruppe von Menschen. Wenn Du gerne Teil des Loungeclubs sein möchtest , dann bewirb Dich super gerne für ein kostenloses Kennenlerngespräch mit Selina und wir schauen gemeinsam, ob der Lounge Club das Richtige für Dich ist.







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