März-Kolumne: Der Tanz ums Glück

Aktualisiert: 10. Mai


Wenn wir in unserem Leben alle nach etwas streben, dann nach dem wohligen Gefühl von Glück. Glücklich und zufrieden zu sein. Mit sich selbst und den eigenen Umständen.


Was also ist es, was uns langfristig glücklich macht? Was darf passieren, dass ich von mir behaupten kann ein glücklicher Mensch zu sein? Und was kultiviert in uns das Gefühl von Zufriedenheit und Freude und wie können wir diese Momente für uns maximieren? Auf alle diese Fragen möchte ich in dieser Kolumne Antworten finden.


Beginnen wir bei unserem Alltag. Bei den meisten eine Aneinanderreihung der immer wieder selben Routinen, des gleichen Tagesablaufs. Und zwischendrin die kleinen Glücksmomente, die wir uns im Alltag gönnen. Der Urlaub, das lang ersehnte Kleid, ein schönes Abendessen im Lieblingsrestaurant, die Beförderung im Job, die neue Couch die mit verspäteter Lieferzeit nun endlich doch noch rechtzeitig ankommt und uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert. All das sind Momente des Glücks. Dabei knüpfen wir in unserem Alltag unser Glück oft an den Besitz von Dingen oder die Erreichung von Zielen. Wir alle kennen ihn, diesen berühmten Satz: „Wenn ich das erreicht habe, dann…. „Umso spannender, genau dieses System einmal zu hinterfragen: Mo Gawdat, ein ägyptischer Unternehmer und CBO von Google X, hat die Definition des Glücks wie folgt zusammengefasst:


"Glück entsteht in dem Moment, in dem Deine Erwartungen mit den Ereignissen im Außen matchen und somit übereinstimmen." Mo Gawdat

Was aber passiert danach? Wie lange kann dieses Glück dann für uns von Dauer sein wenn es doch eigentlich immer an anscheinend neue Aktivitäten geknüpft ist. Aus einer logisch erscheinenden Perspektive würde sich eine ganz simple Formel ergeben: Wollen wir mehr Glück erleben, müssen wir mehr dieser Momente in unser Leben holen. Wir müssen mehr tun, am besten noch fleißiger im Job sein, noch mehr tolle Kleider im Schrank haben und nach dem Sommerurlaub direkt den nächsten Urlaub planen… Aber ist das wirklich so? Und ist das wirklich die Form von Glück, die wir uns wünschen? Oder verlieren wir uns mit genau dieser Gleichung nicht viel mehr im Tun, im Konsum und im Trubel des Alltags und entfernen uns dabei immer weiter von der eigentlichen und wirklich nachhaltigen Glückquelle in unserem Leben? Ist Glück wirklich an Bedingungen geknüpft? An äußere Umstände? Oder ist es nicht viel mehr etwas, was in uns entsteht? Eine Entscheidung, die wir für uns treffen? Eine simple Entscheidung, dem Leben mit Freude zu begegnen unabhängig davon, was im Leben gerade passiert.


Ich kenne es von mir nur zu gut. Auch ich finde in all dem Amüsement ganz wunderbare Glücksmomente. Und ganz lange waren genau diese Momente wie eine kleine Sucht, die mich angetrieben hat, mir immer mehr davon zu holen. Es ist eine Sucht, die auf die Dauer ganz schön energieraubend und mitunter auch kostspielig sein kann. Weil sie einen nicht ankommen lässt und immer mehr fordert. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und einmal einen Perspektivenwechsel gewagt, meinen Blick von außen nach innen – zu mir - gerichtet.

Auch Mo Gadwat hat diesen Perspektivenwechsel gemacht und schreibt, dass das, nach dem wir eigentlich suchen, genauer betrachtet gar kein Glück ist. Den Glück ist eine Momentaufnahme und damit kein langfristiger Zustand.



Was wir suchen ist ein langfristiger Zustand. Etwas, was nicht in der Aktivität, dem Trubel und somit in den äußeren Dingen zu finden ist, sondern tief in uns. Dafür bedarf es genau das Gegenteil von Aktivität - Stille und Ruhe.




Was wir wirklich langfristig suchen ist kein Glück. Es ist vielmehr eine Freude, die eben keine Momentaufnahme sondern ein langfristiger Seinszustand ist, oder schöner im Englischen, die Entscheidung für ein „State of Being“. Es ist eine Grundeinstellung dem Leben gegenüber, die wir jeden Tag aufs Neue für uns wählen dürfen. Mit Hilfe von Momenten der Achtsamkeit, kleinen Ritualen als Anker für unsere Präsenz, lernen wir dieses "State of Being" in uns zu kultivieren. Wir entscheiden uns, mit uns selbst in den Kontakt und Austausch zu gehen und eine Verbindung aufzubauen. Eine Entscheidung, die uns wieder mit unserem Herzen in Verbindung bringt und uns bewusst einen Schritt langsamer werden lässt. Die uns einlädt, den Weg zu genießen. Für das was da ist bereits dankbar zu sein. Und nicht immer nur mehr zu wollen, sondern auch einfach mal stehen zu bleiben und zu genießen.


Es scheint so simple und wahrscheinlich ist es für viele auch genau das: zu simple. Denn entgegengesetzt der dem Leistungsdruck unserer westlichen Gesellschaft zu handeln, das, was wir so lange gelernt haben und worauf wir schon in jungen Jahren unseres Lebens konditioniert wurden, erfordert Mut. Mut, bewusst nicht mit dem Strom zu schwimmen sondern aus dem eigenen Hamsterrad auszusteigen. Mut, den eigenen Weg zu gehen. Mut, der belohnt wird sobald sich unsere Gedanken etwas von den Nachwirkungen des trubeligen Alltags erholt haben.


Und wenn wir uns trauen und mutig sind, sind sie ganz plötzlich und unterwartet da: Momente tiefer Demut dem Leben gegenüber wenn wir einfach nur in den Himmel schauen. Die Momente der Inspiration, wenn wir wieder Zeit finden ein gutes Buch zu lesen. Momente, in denen wir die Schönheit unserer Welt erkennen wenn wir eine Blume betrachten und in ihr das gesamte Universum sehen. Die Momente, in denen wir mit guten Freunden herumalbern und unsere Seriosität auch einmal bei Seite schieben können. All das sind Momente, in denen wir absolut im Hier und Jetzt ankommen und in unserem Herzen sind. In denen wir nicht wie im Hamsterrad ständig gedanklich in die Zukunft sprinten, dem nächsten Glücksmoment hinterherlaufen, sondern stattdessen bei uns ankommen und das Glück im Hier und Jetzt erkennen. Mit genau diesen Momenten kultivieren wir in uns das Gefühl von Dankbarkeit und Freude.


Und wir merken, dass es für genau diese Momente gar nicht so viel braucht. Im Gegenteil. Dass es für diese Momente sogar weniger braucht. Weniger Beschäftigung. Weniger Trubel. Es sind die Momente einfachen Seins, zu denen wir in unserem Alltag jederzeit Zugang haben. Gesetzen Fall wir erlauben es uns. Manchmal ist weniger eben einfach mehr. Und wir merken, dass uns das glücklich sein kostenfrei zur Verfügung steht.


Glück und das Gefühl von Freude wird zu einer langfristigen Angelegenheit, wenn wir beschließen es zu unserem State-of-Being zu machen. Indem wir es nicht von Geschehnissen abhängig machen oder auf morgen vertagen, sondern uns selbst mit unserer Präsenz beschenken, machen wir es zu unserer Entscheidung.

Und in dem Moment, wo sich tausende von uns weiter im Rhythmus ihres Lebens wie Ballerinas um die eigene Achse drehen, bin ich froh, aus diesem Tanz ausgestiegen zu sein und nicht mehr mit einem gefühlten Drehwurm im Hamsterrad durchs Leben zu gehen. Auch ich liebe immernoch schöne Dinge. Ich liebe es, mein neues Sommerkleid zu tragen, meine Wohnung zu dekorieren und gut zu Essen. Nach außen hin hat sich deshalb auch nicht viel verändert. Dafür aber in mir. Denn heute weiss ich, dass all das schön ist, aber nicht mein wahres, langfristiges Glückslevel, mein Gefühl von Zufriedenheit und Freude, in mir bestimmt.


Love,

Selina


Wenn Dir meine Kolumne gefällt, freue ich mich, wenn Du sie mit Deinen Liebsten teilst und auch ihnen eine neue Perspektive aufs Glück schenkst.

Diese Kolumne wurde in der Fachzeitschrift Kosmetik International veröffentlicht.


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